| ©Sarah-Maria |
Und auch wenn das Publikum durchaus diverse Künstler-Prominenz gewöhnt war, war die Begeisterung frenetisch, als bei Hollaenders Eröffnungspremiere niemand geringeres als die gerade aus den USA zurückgekommene Marlene Dietrich im Publikum saß. Sie konnte vermutlich gar nicht so schnell gucken, wie sie vom Zuschauerraum auf die Bühne befördert wurde und singen „musste“.
Nur einige Jahre später, 1933, sahen sich Friedrich Hollaender und seine Ensemblemitglieder Curt Bois sowie Trude Berliner gezwungen Deutschland zu verlassen. Curt Bois und Trude Berliner versuchten in Hollywood ihr Glück und konnten sogar jeweils eine Rolle in dem Filmklassiker Casablanca ergattern. Das Tingel-Tangel-Theater hingegen wurde zunächst von einigen verbliebenen Ensemblemitgliedern weiterbetrieben, doch 1935 wurden jene aufgrund politischer Äußerungen verhaftet und in das KZ-Esterwegen verschleppt. Unter ihnen waren Günther Lüders, Walter Gross und Walter Liek - der an den Folgen der Inhaftierung starb. Das bedeutete gleichzeitig das Aus für das Tingel-Tangel Theater. Noch im selben Jahr wurde die Bühne Teil des NS-Programms „Kraft durch Freude".
Quellen:
Bienert, M., Buchholz E. L.: Die Zwanziger Jahre in Berlin: ein Wegweiser durch die Stadt. Berlin: Berlin Story Verlag, 2006.
Böhling, D.: Radio Bremen. 7. Januar 1931: Tingel-Tangel-Theater. http://www.radiobremen.de/bremeneins/serien/as_time_goes_by/audio49114-popup.html (abgerufen am 24. Mai 2011)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen