Freitag, 25. November 2011

krieg dem kriege

©Sarah-Maria
Mit prominenter Unterstützung u.a. von der Künstlerin Käthe Kollwitz eröffnete 1925 der überzeugte Pazifist Ernst Friedrich in der Parochialstraße 29 (Berlin) eine Ausstellung mit dem Titel „Krieg dem Kriege“.

In dem Museum wurden schonungslos Bilder von der Front, Massengräbern und verstümmelten Soldaten, aber auch kriegsverherrlichendes Spielzeug, bedruckte Tassen, Lieder, Gedichte und Bücher ausgestellt. Ziel war es den Menschen die idealisierte Illusion der Schlachtfelder zu nehmen.

Das Museum hatte es von Beginn an nicht leicht: bereits vor der NS-Machtergreifung hatte Ernst Friedrich unter den Nazis zu leiden. Dabei spielte ihnen in die Karten, dass er kein unbeschriebenes Blatt war, denn Friedrich saß im Ersten Weltkrieg diverse Gefängnisstrafen ab, die er in der Hauptsache aufgrund seines absolut konsequenten Pazifismus absitzen musste. 1933, nach der Machtergreifung der Nazis, wurde das Museum von der SA komplett verwüstet und anschließend von ihnen als Sturmlokal und Folterkammer genutzt. Ernst Friedrich ging ins Brüssler Exil. Dort baute er sein Museum neu auf - bis auch dort die deutschen Truppen 1940 einmarschierten und er es ebenfalls aufgeben musste. Nach dem Krieg gründete er in Paris ein Zentrum für Frieden und Völkerverständigung.

Seit 1982 gibt es in Berlin übrigens wieder ein Anti-Kriegs-Museum. Es befindet sich in der Brüsseler Straße 21.

Quellen:
Bienert, M./Buchholz E. L.: Die Zwanziger Jahre in Berlin: ein Wegweiser durch die Stadt. Berlin: Berlin Story Verlag, 2006.

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