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| ©Sarah-Maria |
Die Sprache ist up to Date, die Handlug nicht 1:1 wie im Buch, die Dialoge eher kurz gehalten und in der Tragik findet sich reichlich Platz für Komik. Eine Inszenierung, die schön, bitter böse, dezent, mitunter karikativ sowie schnörkellos nackt den Zuschauer mitreißt und Mithilfe von russischer Musik, von Tschaikowsky bis zum Volkslied, an Lebendigkeit und poetischer Ausdruckskraft gewinnt. Die ganz großen Gefühle eben.
In der Inszenierung findet die neue Oldenburger Drehbühne ihr packendes Debüt: sie trägt die Protagonisten durch die Aufs und Abs ihres Daseins. Und lässt sie hinter dem Vorhang durchatmen und zur Ruhe kommen – zumindest vor der Pause. Danach gibt es für sie kein Entrinnen mehr. Alle Protagonisten sind ständig auf der Bühne – außer Stande dem Lauf der Dinge zu entkommen..... Außer im Tod.
Die Rolle der Anna Karenina wurde gestern Abend meisterhaft gespielt von Eva Maria Pichler, die auf ihrer verzweifelten Suche nach Liebe alles verlor – sogar ihr Leben. Getrieben von der Sehnsucht riss sie sich von ihrem Mann (gespielt von Gilbert Mieroph) los und verlor dabei ihren Sohn Serjosha (dargestellt in einem packenden und rührenden Puppenspiel). Gesellschaftlich geächtet, musste sie jedoch letztendlich feststellen, dass ihre vermeidliche Liebe zu Wronski (Sebastian Herrmann) letztlich auch gescheitert ist: „Ich bin nicht eifersüchtig, ich bin unglücklich.“
Begleitet wird die Rahmenhandlung von weiteren Suchenden: Kitty (wirklich sehr ausdrucksstark gespielt und gesungen von Kristina Gorjanowa), die monatelang an krankhaften Liebeskummer litt und sich schließlich mit Lewin, den sie einst verschmäht hat, weniger aus Liebe, als vielmehr aus Neugier doch liierte, blieb am Ende ebenso enttäuscht zurück, wie ihr, einst über beide Ohren verliebter, Lewin (Vincent Doddema). Welcher in der Oldenburger Inszenierung gleichzeitig den Part des Erzähler übernahm und als nerdiger Möchtegern-Philosoph dem Abend und der Handlung einiges an Würze verlieh. Und auch Anna Kareninas ständig fremdgehender Brunder Stiwa (Alexej Kosarev) und seine Frau Dascha (Anna Steffens) fanden sich schließlich in einer Art Liebe light Beziehung wieder – im Sinne von: Besser als nix. Doch wem reicht schon light in der Liebe?
In dieser Spielzeit gibt es noch vier Vorstellungen: Sa 14. Januar, Di 17. Januar, Fr 3. Februar und Sa 11. Februar.

Es freut mich, sowas über meine alte Arbeitsstelle zu lesen :-) Viele Grüße
AntwortenLöschenFrau Nilsson
Ich lese Oldenburg und bin gleich ganz in Erinnerungen schwelgend. Hatte eine Freundin dort und bin einige Male da gewesen. Meistens habe ich in dem ehemaligen Hotel Posthalter am Waffenplatz gewohnt. Tolle Stadt. LG Margarethe
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