| ©Sarah-Maria |
Noch bis zum 26. Februar 2012 zeigt die Bremer Kunsthalle die Ausstellung „Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand“. Kernpunkt der Ausstellung bildet Munchs Bild „Das Kind und der Tod“, welches Emil Waldmann 1918, damaliger Direktor der Bremer Kunsthalle, erwarb und mit diesem Kauf dafür sorgte, dass Bremen das erste deutsche Museum ist, welches ein Munch-Bild in seine Sammlung aufgenommen hat.
Auf dem Bild ist ein Mädchen dargestellt, welchem mit weit aufgerissenen Augen der Schrecken ins Gesicht geschrieben steht – sich jedoch zugleich durch Abwendung von der toten Mutter, sowie Zuhalten beider Ohren von der schrecklichen Wahrheit abschotten will. Dieses Bild, wenn auch kein Selbstbildnis, hat durchaus auch biographische Züge Munchs, da seine Mutter starb, als er noch ein kleines Kind war.
Erst 2005 wurde klar, dass es sich bei dem Kauf des Bildes um einen doppelten Glücksgriff handelte, denn während einer Untersuchung entdeckte die Restauratorin der Bremer Kunsthalle, dass sich unter dem Bild eine zweite Leinwand mit einem zweiten Bild befand: „Mädchen und drei Männerköpfe“, welches in Komposition und Malweise nicht unterschiedlicher hätte sein können.
Dem Rätsel dieser beiden Bilder geht die erste Bremer Sonderausstellung, nach der umfassenden Renovierung der Kunsthalle, auf den Grund und führt den Besucher anhand einer beeindruckenden Sammlung durch die Rahmenhandlung des Rätsels.
Ein Besuch lohnt sich!
Oft wird aber gerade zwischen Munch´s Bildern, insbesondere aufgrund der dunklen Farbpalette, der Themen und der komplexen Bildkomposition, und seinen Werken eine autobiographische Beziehung vermutet, denn wie Du schreibst ist seine Mutter bereits früh verstorben. Oft nimmt man auch an, dass er sich als Beobachter des Bildes/der Szene gesehen hat und sich somit ausgedrücken konnte. Interessante "unterschiedliche" Parallelen auf diese indirekte expressionistische Weise gibt es dabei z.B. bei E. Kant und C.D. Friedrich. Liebe Grüße Senna
AntwortenLöschenDie Kunsthalle in Bremen würde mich auch sehr reizen! Aber vieeel zu weit weg. Zum Glück war ich schon ein paarmal in Bremen, es hat mir immer gut gefallen. Beim letztenmal hat mir eine Bremerin die Stadt gezeigt, das war besonders schön. LG aus dem Süden. Margarethe
AntwortenLöschen@Senna: ja, da hast du Recht. Und auf diese autobiographischen Aspekte geht die Bremer Ausstellung auch ein - ohne Munchs Kunst in den Hintergrund zu rücken.... und vielen Dank für den Hinweis zu Kant und Friedrich - zwei Persönlichkeiten, wie sie kaum unterschiedlicher hätten sein können - auch in ihren Wirkungskreisen. Spannender Gedanke, den du da aufbringst. :)
AntwortenLöschen@Margarethe: Vielleicht ergibt sich ja mal wieder ein Besuch. Bremen lohnt sich schließlich immer :D ....und die beiden oben genannten Bilder gehören ja auch immerhin zur Sammlung der Bremer Kunsthalle - und werden somit auch nach der Munch-Ausstellung weiterhin in Bremen verweilen. Insebesondere "Das Kind und der Tod", da das Bild mittlerweile so empfindlich ist, dass es keinesfalls transportiert werden könnte, ohne beschädigt zu werden.
jetzt habe ich gerade nach dem Doppelbild gegoogelt. Ist ja wirklich sehr interessant - und du machst Lust auf die Ausstellung.
AntwortenLöschenZum Glück kann man im Internet viel sehen und nachvollziehen ... wenn es auch nicht mit dem Ausstellungsbesuch vergleichbar ist.
lieber Gruß von Heidi-Trollspecht
die ausstellung habe ich ja damit leider verpaßt, aber es lohnt sich wahrscheinlich ohnehin sich mal näher mit herrn munch zu befassen! danke für die anregung*
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