Mit gerade mal 22 Jahren kam Herrmann Gerson 1835 nach Berlin und nur
zwei Jahre später war er schon Mitinhaber des Modeladens „Wald &
Gerson“. Von dieser Station dauerte es nicht lang, bis er sein eigenes
Geschäft am Werderschen Markt 5 (Berlin) betrieb – welches bereits einige
Jahre nach der Eröffnung den preußischen Hof belieferte. Sein Kaufhaus
war eines der exklusivsten in ganz Berlin. Als er 1861 an einem
Herzinfarkt starb, hatte er gerade noch so den Krönungsmantel für
Wilhelm I. fertigstellen können.
Auch seine Erben wussten sehr gut mit dem Vermächtnis umzugehen und
das dreigeschossiges Kaufhaus mit Seidentapeten und Oberlichtsaal
florierte weiterhin. Zur Jahrhundertwende waren in dem Unternehmen bis
zu 8000 Näherinnen angestellt. Dort in „Gerson‘s Bazar“ traf sich alles
was Rang und Namen hatte: Stars, Unternehmer und Adel gaben sich die
Klinke in die Hand. Und auch weiterhin wurde der, seit 1871 nun kaiserliche,
Hof beliefert: im Atelier stand stets eine Puppe mit den Maßen der
Kaiserin bereit – bis diese schließlich von Charlotte Krüger, der
kaiserlich kurvigen Probiermamsell, abgelöst wurde.
Quellen:
Magnet für Modemacher. In: Spiegel, (1/1993). S. 132-136.
Magnet für Modemacher. In: Spiegel, (1/1993). S. 132-136.
Hallo Sarah-Maria! Was mich am meisten fasziniert, das sind die 8000 Näherinnen. Die Zahl muss man sich nur mal vorstellen....sicher bekamen sie nur einen Hungerlohn....und die Herrschaften haben sich auf deren Kosten herausgeputzt.
AntwortenLöschenSchönen Abend und lieben Gruß von Zaunwinde
ja - ging mir auch so - 8000 Näherinnen - die Zahl habe ich gleich zweimal gelesen ;-)
AntwortenLöschenlieber Gruß von Heidi-Trollspecht
Da ihr nun beide diese Zahl so unglaublich hoch findet, habe ich grad nochmal nachgelesen - nur um ganz sicher zu gehen, dass ich mich nicht vertippt habe: UND es stimmt! Die Zahl ist richtig.... ;)
AntwortenLöschenBerlin war damals eine absolute Modehochburg: 1925 verdienten z.B. 150.000 Menschen in der Berliner Textilbranche ihr Geld und neun von zehn deutschen Kleidungsstücken wurden in Berlin gefertigt.
Siehe z.B. hier: http://kunstbloggerin.blogspot.com/2011/11/das-konfektionsviertel.html
Hallo,
AntwortenLöschenich bin heute zufälligerweise auf deinem Blog gelandet. Die Geschichten rund um geschichtliche Themen gefallen mir. Blogs rund um Geschichte habe ich bisher nur auf niederländischen Blog-Seiten entdeckt.
Gruß Dieter
Dankeschön :) Gruß zurück an die Namensvetterin ;)
AntwortenLöschenEin intereaanter Beitrg, das Bild auch dazu.
AntwortenLöschenAuch jetzt werden die Mensche ausgebeutet, nicht nur damals.
Vielen Dank für das Adresse an meinen Foto, freue mich sehr.
liebe Grüße Ulrike
Wow, ein wunderschönes Bild mit ansprechenden Farben und einem tollen Detail. Dein Text ist sehr interessant und gut geschrieben. Auch ich finde 8000 Näherinnen bemerkenswert.
AntwortenLöschenViele Grüße Synnöve
vielen lieben Dank :) momentan liegen bei uns sogar 10 cm Schnee- welch ein erstaunlich schönes Wunder <3
AntwortenLöschenxoxo,
Jessi
liebe sarah-maria,
AntwortenLöschenvielen dank für diesen schönen und sehr interessanten post!
liebe grüsse
margit
liebe Sarah-Maria,
AntwortenLöschenschon immer habe ich ein großes Interesse an den vergangenen Zeiten - an den Menschen, den Lebensumständen , den Bauwerken...
Ganz besonders interessiere ich mich für das 19. te Jahrhundert...gerade habe ich wieder `mal die Buddenbrooks gelesen - und immer wieder erstaunen mich die Parallelen zu unserem heutigen Leben! Ich trage mich jetzt gleich bei Dir ein ... denn ich freue mich , Deinen wundervollen Kunstblog gefunden zu haben!
Herzlichst Birgit
Liebe Birgit, das freut mich! Herzlich Willkommen hier auf meinem Blog. :)
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