Mittwoch, 14. März 2012

zeit zu lieben, zeit zu sterben - maxim gorki theater

Hier im Blog war es in den letzten Tagen recht still. Denn ich war für einige Tage in Berlin und bin dort ins Kunst- und Kulturleben getaucht. Meine Berichte zu den drei gesehen Opern habe ich schon auf meinem Opernblog online gestellt: L’Elisir d’Amore, Tristan und Isolde & Das bronzene Pferd. Nun sollen hier noch neben diesem Post zur Premiere am letzten Samstag im Maxim Gorki Theater „Zeit zu lieben, Zeit zu sterben“, noch meine Eindrücke zu den neuen Sonderausstellungen im Pergamonmuseum folgen.

Das Stück, „Zeit zu lieben, Zeit zu sterben“ (Fritz Kater) beinhaltet drei Teile: Zunächst das Leben als Teenie in der DDR. Im zweiten Teil geht es um eine Familie, dessen Vater über die Grenze geflohen ist und die Verbliebenen nun diversen Repressalien ausgesetzt sind: der Sohn bekommt z.B. keinen Studienplatz. Der dritte Teil spielt nach der Wende: Mit Ernüchterung stellen die Protagonisten fest, dass sich ihre Wünsche und Träume von der Freiheit nicht ad hoc erfüllen.

Das Stück begann ein wenig schwerfällig, da es anfänglich keine festen Rollen gab. Die Schauspieler switchten in den Rollen in und her. Na ja – und der Text war an der Grenze zu albern. Denn das Wort „ficken“ wurde dermaßen inflationär gebraucht, dass man gedacht hat: „Ja, ja is‘ ja gut, wir ham’s kapiert! Hier wird „in cool“ gesprochen“.

Na ja. Jedenfalls war der II. und III. Teil um Dimensionen besser! Und der Abend hat sich daher in jedem Fall gelohnt! Das Leben spielte sich auf einer Drehbühne ab, die niemals stillstand und den Protagonisten den Handlungsspielraum nahm, den eine Diktatur mit sich bringt. Es gab viel Witz, Komik und eindringliche Dialoge, Hilflosigkeit gepaart mit Alltagssorgen und den üblichen Fragen auf dem Weg zum Erwachsensein. Verbaute Zukunftschancen durch „Kleinigkeiten“ oder eben Angehörige, die sich aus dem Staub gemacht haben. Resignation und „Bloß nicht auffallen“ Parolen, aber auch heldenhafte Rebellion, die vom „Held“ ganz und gar nicht heldenhaft wahrgenommen wurde, sondern ihn verzweifeln ließ. Gespielt wurde dies alles von einem wunderbaren Ensemble und in grandioser Regie (Antú Romero Nunes). Definitiv sehenswert!

Dazu gab es wunderbare Live-Musik von „marie & the redCat“. Diese Band sollte man sich unbedingt merken! Daher habe ich mal einen Clip für euch rausgesucht:


 Die nächsten Vorstellungen sind am 04.04. und 12.04. Die Karten kosten zwischen 10 und 34 EUR.

Kommentare:

  1. Hallo Sarah-Maria,

    Oper ist leider nicht mein Ding. Die ganzen Stimmlagen klingen mir zu fremd, ich stehe halt mehr auf modernere Musik - Pink Floyd, Rockmusik und was du alles in meinem Blog dazu findest. Ins Theater gehe ich gerne, aber da finde ich kaum jemanden, der mit mir einmal ins Theater geht. Zu deinem Blog zu Hausbesetzern: ich weiß nicht, ob du gesehen hast, dass ich zur Gerling-City mitsamt Hausbesetzungen in Köln genauso etwas geschrieben habe (Blog vom 9. März). Falls nicht schon gemacht - wäre schön, wenn du es durchlesen könntest.

    Schönen Tag
    Dieter

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  2. Hallo du Liebe, tolle Musik. Wo kommen nur auf einmal all die Sängerinnen her, mit ihren grandiosen Stimmen??!!!

    ♥lichst Rosine

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  3. Hallo ihr zwei. Erstmal vielen Dank für eure Kommentare und @Dieter: als ich in Berlin war, konnte ich leider nicht alles verfolgen, aber das hole ich heute abend noch nach! :)

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  4. Ja, eine Klasse Singstimme, finde ich auch. Danke, Sarah-Maria.
    Das Thema war ja ganz aktuell...
    ..obwohl oft auch Themen von alten Stücken für die heutige Zeit passen.

    Liebe Grüße von Zaunwinde

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  5. danke für deine Info. Ach - Berlin hat so viel zu bieten (träum). Danke für deine Info und die Gute-Laune-Musik :-)

    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  6. Lieben Dank für Deine Zeilen. Du schreibst hier immer ganz interessant und hintergründig. Ich les ganz oft bei Dir und fühl mich nicht selten angesprochen von Deinen Inspirationen. DANKE
    Liebe Rosaliegrüße und ein wunderschönes Wochenende ∙∙♥♥∙∙

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  7. Schöööner Blog :)
    Schau' doch auch mal bei mir vorbei.
    Laura ♥

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