Sonntag, 1. April 2012

der falsche woldemar

Im Jahr 1348 tauchte ein Pilger in der Mark Brandenburg auf, der behauptete er sei der 1319 verstorbene askanische Markgraf Woldemar. Die Bestattung sei nur inszeniert gewesen, er hätte sich auf einer Pilgerreise zum Grabe Jesu befunden und nun da er wieder zurück sei, möchte er doch bitteschön seinen Herrschaftsposten zurück. Er hatte schnell viele Anhänger und auch König Karl IV., dem ein Markgraf vom Geschlecht der Askanier in die Karten spielte, erklärte den falschen Woldemar erstaunlich schnell für echt. Auch die Askanier selbst sahen in dem Hochstapler eine Chance ihr aussterbendes Adelsgeschlecht zurück ins politische Geschehen zu katapultieren.

Da die Bürger der Partnerstädte Berlin/Cölln mit ihrem vorherigen Herrscher Ludwig V. aus Bayern eh recht unzufrieden waren, kamen sie mit dem falschen Woldemar ebenfalls schnell ins Reine. Und als ihr neues Oberhaupt ihnen auch noch lang ersehnte Rechte für ihre Städte zugestand, waren auch die letzten Zweifel an der Rechtmäßigkeit seiner Regentschaft beseitigt.

Doch bereits zwei Jahre später wurde der Fall Woldemar von Karl IV. neu aufgerollt und er erklärte ihn nun zum „falschen Woldemar". Bestraft wurde er hingegen nicht. Ganz im Gegenteil: die Askanier ließen ihn am Dessauer Hof mit allem Pomp und Tamtam bis zu seinem Tode leben.

Kommentare:

  1. Entweder war er gut in seinem Amt, oder er hat zuviel gewusst. Interessante Geschichte.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag Sarah, liebe Grüße Ulrike

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  2. tja ... manchmal braucht die Welt einen falschen Woldemar ;-)
    wieder eine interessante Geschichte

    und das Foto finde ich super!

    lieber Sonntagnachtgruß von Heidi-Trollspecht

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  3. Die hatten noch keine moderne Kommunikationstechnik nur ihre Minnesänger, da war es noch einfach eine falsche Identität vorzutäuschen. Dass er dann doch entlarvt wurde, ist schon erstaunlich, aber so ein Glück für ihn, dass er noch ein gutes Leben führen durfte.
    Über die Askanier, die Gründer Berlins, werde ich noch einiges nachlesen.
    Danke für deinen interessanten Artikel, Sarah-Maria!
    ♥lichst Zaunwinde

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  4. Danke für ein wenig Geschichte aus meiner Heimat!
    Viele Grüße aus dem Kernland der Askanier, dem guten alten Anhalt!

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  5. Interessante Geschichte :)
    Kennst du eine ähnlich über den falschen Nero? Feuchtwanger hat sich dadurch zum gleichnamigen Roman inspirieren lassen, aber es gab tatsächlich mehrere falsche Neronen, weil er beim Volk so beliebt war.
    Ja, manchmal passieren Sachen... :)

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  6. guten Morgen, meine Liebe

    heute möchte ich Dir Danke sagen, für Deine stets so freundlichen Kommentare und Besuche " bei mir ". Ich freue mich sehr, Dir mit den Bildern aus Deiner Heimat ein Stück Erinnerung zurück zu geben... Dich hat es ja in die Großstadt " verschlagen " aber mir scheint, Dein Herz hängt noch immer ein wenig am Münsterland - vielleicht - kehrst Du ja eines Tages wieder zurück...

    ich schicke Dir meine herzlichsten Grüße und meine besten Wünsche - Alles Liebe von Birgit

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  7. Vielen lieben Dank für eure Kommentare und Grüße! Ich freue mich immer, wenn ihr bei mir vorbeischaut! :)

    @Natalia: nee, leider nicht wirklich – nur so am Rande. Aber das sollte ich wohl mal fix ändern… ;)

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  8. Schön zu lesen :) bietest du einen Newsletter an ?

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