Bevor die Pfaueninsel im Berliner Wannsee Ende des 18. Jhd. zu einer Art Erlebnispark für die High Society wurde, stand sie unter der Fuchtel des Alchemisten Johannes Kunckel. Jener hatte sie 1685 als Geschenk vom Kurfürsten Friedrich von Brandenburg erhalten, um ungestört experimentieren zu können und der brandenburgischen Glasindustrie auf die Sprünge zu helfen. Was er auch sehr erfolgreich tat.
Nicht nur wegen der recht hohen Brandgefahr der Glashütte war eine Insel als Standort empfehlenswert, sondern auch zwecks absoluter Geheimhaltung. Nur Kunckel selbst und dem Kurfürsten war es gestattet die Insel zu betreten und - noch wichtiger - sie auch wieder zu verlassen. Für die Arbeiterschaft gab es meist nur ein Hinfahrticket. Auf der Insel wurde daher nebst einer Mühle und einer Bäckerei auch eine Brauerei sowie Schnapsbrennerei errichtet.
Den umliegenden Anwohnern war diese Geheimniskrämerei ganz und gar nicht geheuer. Die beißenden Gerüche der Chemikalien und der andauernde schwarze Rauch über der Insel taten ihr Übriges: die Gerüchte gingen von geheimer Goldmacherei bis hin zu schwarzer Magie.

und wieder was gelernt, super! ich hab grad letzte woche zu einer freundin gesagt, dass ich unbedingt mal auf die pfaueninsel möchte. jetzt umso mehr :)
AntwortenLöschenliebe grüsse!
Interessant - und ja, ich liebe diese (alten) Geschichten und freue mich auch diese zu teilen.
AntwortenLöschenGLG von Heidrun
Nun hab ich einige Bilder von der Pfaueninsel angesehen....eine wunderschöne romantische Insel ist das. Vielleicht komme ich mal bei einem Berlinbesuch auf diese Insel.
AntwortenLöschenIch danke dir Sarah-Maria...immerzu erfreust du uns mit ganz neuen Themen!
♥lichst Zaunwinde
Ohja, die Alchemie hat vielen Erfindungen auf die Sprünge geholfen!
AntwortenLöschenDas ist wieder ein ganz toller und informativer Post! Hab von Kunckel schon mal was gehört, auch im Zusammenhang mit Glas, aber eigentlich wusste ich gar nichts über ihn!
Und das ist natürlich ein toller Grund, die Pfaueninsel zu besuchen!
GLG
... war mir wieder ein großes Vergnügen hier zu lesen, sehr interessant und für mich besonders, da ich immer schon ein Faible für Porzellan und Glas hatte.
AntwortenLöschenMir sind - familiär bedingt - dann die Glasarbeiten aus Italien besonders ans Herz gewachsen, die mit einer Farben- und Formenpracht aufwarten, das ihresgleichen sucht ...
GLG von Heidrun
also gab es damals auch schon Betriebsgeheimnisse ;-)
AntwortenLöschenich fand deinen Text auch wieder sehr interessant - und das Foto dazu gefällt mir auch sehr.
lieber Gruß von Heidi-Trollspecht :-)
Von der Pfaueninsel habe ich mal einen Bericht im TV gesehen, die ist richtig schön. Diese Geschichte kannte ich noch nicht...dankeschön fürs finden und veröffentlichen. Sowas finde ich immer interessant, das macht erst richtig den Reiz des Ortes aus...
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Ute