Einiges an Aufsehen erregte ein Vortrag, den der Ingenieur Hermann Ganswindt am 27. Mai 1891 in der alten Berliner Philharmonie hielt: er stellte ein „Weltenfahrzeug“ mit Dynamit-Explosions-Antrieb vor - und seine Zuschauer nahmen ihn nur so mäßig ernst. Ganswindts Idee die Rakete zunächst mit einem Hubschrauber in höhere Luftschichten zu schleppen und sie erst dort zu zünden, brachte ihm auch nicht mehr Glaubwürdigkeit ein. Da half es auch nix, dass er ein Modell eines solchen Hubschraubers gleich mitlieferte. Im Gegenteil sein Modell erlangte als „fliegender Maikäfer“ auf Jahrmärkten Prominenz.
Um also beim bildungsbürgerlichen Publikum fortan mehr Seriosität auszustrahlen lernte er mit 35 Jahren Klavierspielen und ging mit seinem Programm „Klavierconcert und Experimental-Vortrag über Luftschifffahrt“ auf Tour. Seriosität hin oder her, es brachte ihm jedenfalls genug Geld ein, um sich ein Grundstück in Schöneberg (Berlin) zu kaufen und dort einen Prototyp seines Hubschraubers zu entwickeln. Dieser flog erstmals im Juli 1901 gen Himmel. Festgehalten wurde dieser allererste motorisierte Flug der Geschichte von den Brüder Skladanowsky und kurz darauf im berühmten Wintergarten-Varieté vorgeführt. Leider ist der Film heute verschollen.
Doch am 17. April 1902, nicht einmal ein Jahr nach seinem legendären Flug, wurde Ganswindt verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen aus seiner Erfindung, obwohl sie noch nicht einmal gänzlich fertig war, Kapital zu schlagen. Und was noch schwerer wog: ihm wurde Betrug vorgeworfen. Schuld war ein Draht mit dem Ganswindt seinen Hubschrauber während des Flugs gesichert hatte. Nun wurde ihm unterstellt seine Maschine habe sich nicht aus eigener Kraft erhoben. Sein gesamtes Vermögen wurde von den Behörden zur Konkursmasse erklärt und die Firmenbücher beschlagnahmt. Seiner Frau und seinen sieben Kindern blieben nur noch die Wohnräume auf ihrem Schöneberger Grundstück.
Ein Gutachten stellte schließlich Ganswindts Unschuld sicher und nach acht Wochen Haft folgte seine Entlassung. Doch sein Lebenswerk war zerstört und sein Ruf ruiniert. Die Boulevard-Presse hatte es sich in den Wochen seiner Inhaftierung nicht nehmen lassen sich mit Skandal-Schlagzeilen zu überschlagen. Es wurde z.B. ein angeblich von Ganswindt stammender Brief abgedruckt, in dem er dem preußischen Staat seine Maschine gegen 20 Millionen Reichsmark als Staatsgeheimnis anbot. Aus heutiger Sicht wäre das zwar ein Schnäppchen gewesen, doch damals nur ein unweigerliches Indiz dafür, dass der gute Herr Ganswindt ein bisserl übergeschnappt war. Weiter wurde in den Brief nahegelegt, dass Ganswindt behauptete ein „Weltenfahrzeug“ herstellen zu können, dass binnen 24 Stunden den Mars erreichen könne.
Zu einem Rehabilitierungsprozess kam es gar nicht erst, weil im Vorfeld sämtliche Prozessakten spurlos verschwanden. Er musste also nach seiner Entlassung einen Offenbarungseid leisten und von der Wohlfahrt leben. 1912 starb seine erste Frau. Wenige Jahre später überlegte es sich die Öffentlichkeit anders und feierte Ganswindt nun schließlich doch als Pionier der Weltraumfahrt.
Als er 1934 starb, soll er kurz vor seinem Tod zu seiner zweiten Frau gesagt haben: „Ich habe es nicht mehr erleben dürfen, aber du wirst es noch erleben.“ Und er sollte Recht behalten: denn sie war tatsächlich am Cape Kennedy als die erste Rakete zum Mond geschossen wurde.
Quellen:
Hennig, F.: Erst Maikäfer, dann Tausendsassa. In: taz, (04.01.2003).
Dienstag, 28. Februar 2012
Freitag, 24. Februar 2012
einsteins "flucht" aus berlin
Als Albert Einstein 1929 seinen 50. Geburtstag feierte, wollte die Stadt Berlin ganz besonders auftrumpfen und entschied sich ihrem berühmten Bürger ein Landhaus zu schenken. Einstein wurde also nach seinen Wünschen befragt - doch die Grundstückssuche ging mit Ach und Krach in die Hose: es gab Intrigen, Streitigkeiten, antisemitische Agitationen und diverse andere Gründe, warum letztlich weder ein Haus noch ein Hüttchen verschenkt wurde.
Einstein hatte sich aber mittlerweile so sehr mit dem Gedanken eines Häuschen in der Natur angefreundet, dass er kurzerhand selbst baute. Bereits im Dezember 1929 konnte er einziehen: „In dem neuen Holzhäuschen gefällt mirs großartig. Trotz der durch dasselbe erzeugten Pleite. Das Segelschiff [ein Geschenk von Freunden], die Fernsicht, die einsamen Herbstspaziergänge, die relative Ruhe, es ist ein Paradies.“ In Caputh, bei Potsdam, konnte Einstein die Seele baumeln lassen und wurde auch nicht müde seiner Freude darüber, dass er Anzug und Krawatte im Schrank lassen konnte, Ausdruck zu verleihen.
1931 lud er z.B. seinen Sohn Eduard mit folgendem Vierzeiler zu sich ein:
„Sei ein gutes faules Tier
Streck alle Viere weit von Dir
Komm nach Caputh, pfeif auf die Welt
Und auf Papa, wenn Dirs gefällt.“
Doch diese Ungezwungenheit sollte ein jähes Ende finden, denn die Nationalsozialisten bekamen immer mehr gesellschaftliches Gewicht. So dass Einstein sich letztlich, trotz diverser Vorbehalte gegen den Kommunismus, entschloss, sich der politischen Linken anzuschließen - und hielt z.B. an der Marxistischen Arbeiterschule den Vortrag „Was der Arbeiter von der Relativitätstheorie wissen muß“. 1932 besuchten ihn in Caputh Käthe Kollwitz und Heinrich Mann, um ihn als prominenten Unterstützer eines Aufrufs zu gewinnen, in dem sie Gewerkschaftsführer, Sozialdemokraten und Kommunisten aufforderten gemeinsam gegen die Nazis zu kämpfen. Albert Einstein setzte sich und seine Prominenz (nicht nur in Berlin) immer wieder dafür ein Gerechtigkeit walten zu lassen.
Als die Nazis 1933 mit ihrer Machtergreifung das Ende der Demokratie einläuteten, befand sich Einstein auf einer Amerikareise. Als er hörte, dass Hindenburg nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 die politischen und bürgerlichen Grundrechte außer Kraft gesetzt hatte, war für ihn klar, dass er nach Deutschland nicht zurückkehren wird. Einen Monat später gab er in Antwerpen seine deutsche Staatsbürgerschaft auf (offiziell aberkannt wurde sie ihm aber erst 1934, weil es nach deutschem Recht illegal war diese selbst aufzugeben) und kündigte der Preußischen Akademie der Wissenschaft seine Mitgliedschaft. Die ihm daraufhin mitteilte, dass dies nicht weiter bedauert werde, da sich Einstein an „der Greulhetze“ gegen Deutschland im Ausland beteiligt habe. Denn Einstein hatte auf seiner Amerikareise immer wieder offen zum Ausdruck gebracht, was er von den politischen Entwicklungen in Deutschland hielt. Max Planck kommentierte, „daß Herr Einstein selber durch sein politisches Verhalten sein Verbleiben in der Akademie unmöglich gemacht“ habe. Im Mai 1933 wurden Einsteins Schriften zusammen mit 20.000 anderen Büchern von der Berliner Studentenschaft auf dem Bebelplatz verbrannt.
Die Nazis rissen direkt nach ihrem Regierungsantritt Einsteins Berliner Wohnung und seine Konten an sich. Sein kleines Anwesen in Caputh wurde aber zunächst verschont, weil es auf den Namen seiner Stieftöchter ausgestellt war. Nur deshalb konnte Einstein über einen befreundeten Rechtsanwalt veranlassen, das Haus einem jüdischem Kinderheim als zusätzliches Gebäude zur Verfügung zu stellen. Denn immer mehr Berliner Juden schickten ihre Kinder, angesichts der wachsenden Bedrohung, in ländlichere Regionen.
Doch der Unterschlupf für die Kinder blieb nicht lange erhalten: am 10. Januar 1935 wurde das Grundstück von den Nazis beschlagnahmt und die Kinder hinausgejagt. Es ging zu einem Spottpreis an die Gemeinde Caputh und wurde in der Folge von diversen nationalsozialistischen Jugendgruppen genutzt sowie als Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen oder Lager deutscher Truppen verwendet. Im letzten Kriegsjahr waren dort zeitweise über vierzig Personen gemeldet. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Gruppe von Zwangsarbeitern eines nahegelegenen Lagers.
Heute kann man das Einstein-Domizil besichtigen. Über seine Relativitäts-Theorie sagte er übrigens folgendes:
„Wenn ich mit der Relativitätstheorie recht behalte, werden die Deutschen sagen, ich sei Deutscher, und die Franzosen, ich sei Weltbürger. Erweist sich meine Theorie als falsch, werden die Franzosen sagen, ich sei Deutscher, und die Deutschen, ich sei Jude.“
Quellen:
Einsteinhaus in Caputh: http://www.einsteinsommerhaus.de/index.php?id=456 (abgerufen am 03. Juni 2011).
Unseld, M.: Berliner Philharmoniker: »Komm nach Caputh, pfeif auf die Welt…«. http://www.berliner-philharmoniker.de/en/magazine/pamphlets/programme-pamphlets/heft/komm-nach-caputh-pfeif-auf-die-welt/ (abgerufen am 03. Juni 2011).
Einstein hatte sich aber mittlerweile so sehr mit dem Gedanken eines Häuschen in der Natur angefreundet, dass er kurzerhand selbst baute. Bereits im Dezember 1929 konnte er einziehen: „In dem neuen Holzhäuschen gefällt mirs großartig. Trotz der durch dasselbe erzeugten Pleite. Das Segelschiff [ein Geschenk von Freunden], die Fernsicht, die einsamen Herbstspaziergänge, die relative Ruhe, es ist ein Paradies.“ In Caputh, bei Potsdam, konnte Einstein die Seele baumeln lassen und wurde auch nicht müde seiner Freude darüber, dass er Anzug und Krawatte im Schrank lassen konnte, Ausdruck zu verleihen.
1931 lud er z.B. seinen Sohn Eduard mit folgendem Vierzeiler zu sich ein:
„Sei ein gutes faules Tier
Streck alle Viere weit von Dir
Komm nach Caputh, pfeif auf die Welt
Und auf Papa, wenn Dirs gefällt.“
Doch diese Ungezwungenheit sollte ein jähes Ende finden, denn die Nationalsozialisten bekamen immer mehr gesellschaftliches Gewicht. So dass Einstein sich letztlich, trotz diverser Vorbehalte gegen den Kommunismus, entschloss, sich der politischen Linken anzuschließen - und hielt z.B. an der Marxistischen Arbeiterschule den Vortrag „Was der Arbeiter von der Relativitätstheorie wissen muß“. 1932 besuchten ihn in Caputh Käthe Kollwitz und Heinrich Mann, um ihn als prominenten Unterstützer eines Aufrufs zu gewinnen, in dem sie Gewerkschaftsführer, Sozialdemokraten und Kommunisten aufforderten gemeinsam gegen die Nazis zu kämpfen. Albert Einstein setzte sich und seine Prominenz (nicht nur in Berlin) immer wieder dafür ein Gerechtigkeit walten zu lassen.
Als die Nazis 1933 mit ihrer Machtergreifung das Ende der Demokratie einläuteten, befand sich Einstein auf einer Amerikareise. Als er hörte, dass Hindenburg nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 die politischen und bürgerlichen Grundrechte außer Kraft gesetzt hatte, war für ihn klar, dass er nach Deutschland nicht zurückkehren wird. Einen Monat später gab er in Antwerpen seine deutsche Staatsbürgerschaft auf (offiziell aberkannt wurde sie ihm aber erst 1934, weil es nach deutschem Recht illegal war diese selbst aufzugeben) und kündigte der Preußischen Akademie der Wissenschaft seine Mitgliedschaft. Die ihm daraufhin mitteilte, dass dies nicht weiter bedauert werde, da sich Einstein an „der Greulhetze“ gegen Deutschland im Ausland beteiligt habe. Denn Einstein hatte auf seiner Amerikareise immer wieder offen zum Ausdruck gebracht, was er von den politischen Entwicklungen in Deutschland hielt. Max Planck kommentierte, „daß Herr Einstein selber durch sein politisches Verhalten sein Verbleiben in der Akademie unmöglich gemacht“ habe. Im Mai 1933 wurden Einsteins Schriften zusammen mit 20.000 anderen Büchern von der Berliner Studentenschaft auf dem Bebelplatz verbrannt.
Die Nazis rissen direkt nach ihrem Regierungsantritt Einsteins Berliner Wohnung und seine Konten an sich. Sein kleines Anwesen in Caputh wurde aber zunächst verschont, weil es auf den Namen seiner Stieftöchter ausgestellt war. Nur deshalb konnte Einstein über einen befreundeten Rechtsanwalt veranlassen, das Haus einem jüdischem Kinderheim als zusätzliches Gebäude zur Verfügung zu stellen. Denn immer mehr Berliner Juden schickten ihre Kinder, angesichts der wachsenden Bedrohung, in ländlichere Regionen.
Doch der Unterschlupf für die Kinder blieb nicht lange erhalten: am 10. Januar 1935 wurde das Grundstück von den Nazis beschlagnahmt und die Kinder hinausgejagt. Es ging zu einem Spottpreis an die Gemeinde Caputh und wurde in der Folge von diversen nationalsozialistischen Jugendgruppen genutzt sowie als Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen oder Lager deutscher Truppen verwendet. Im letzten Kriegsjahr waren dort zeitweise über vierzig Personen gemeldet. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Gruppe von Zwangsarbeitern eines nahegelegenen Lagers.
Heute kann man das Einstein-Domizil besichtigen. Über seine Relativitäts-Theorie sagte er übrigens folgendes:
„Wenn ich mit der Relativitätstheorie recht behalte, werden die Deutschen sagen, ich sei Deutscher, und die Franzosen, ich sei Weltbürger. Erweist sich meine Theorie als falsch, werden die Franzosen sagen, ich sei Deutscher, und die Deutschen, ich sei Jude.“
Quellen:
Einsteinhaus in Caputh: http://www.einsteinsommerhaus.de/index.php?id=456 (abgerufen am 03. Juni 2011).
Unseld, M.: Berliner Philharmoniker: »Komm nach Caputh, pfeif auf die Welt…«. http://www.berliner-philharmoniker.de/en/magazine/pamphlets/programme-pamphlets/heft/komm-nach-caputh-pfeif-auf-die-welt/ (abgerufen am 03. Juni 2011).
Dienstag, 21. Februar 2012
die nollendorfschlacht
Als Prinz verkleidet flanierte Else Lasker-Schüler mitunter durch die Berliner Straßen. Zwar durchaus das eine oder andere Mal durch diversen Spott begleitet, aber dennoch war sie in Dichterkreisen hochverehrt. 1932 bekam sie sogar, gemeinsam mit Richard Billinger, den Kleist-Preis verliehen.
Und sie tat, was getan werden musste: noch mit über fünfzig Jahren prügelte sie sich mit den Nazis. „Ich bin noch nicht geheilt von der Nollendorfschlacht. Noch eine Wunde am Oberarm und Unterfußgelenk, so hab ich mich geschlagen mit den Nazis“, schrieb sie Anfang 1931.
Besagte Schlägerei fand etwa einen Monat zuvor anlässlich der Aufführung des Films „Im Westen nichts Neues“ statt. Der nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque verfilmte Anti-Kriegs-Epos war den Nazis selbstverständlich ein Dorn im Auge. Unter Adolf Hitler und Joseph Goebbels wurde ein Haufen ihrer Anhänger zu der Aufführungsstätte im damaligen Mozartsaal am Nollendorfplatz 5 (das heutige Goya) geschickt. Sie randalierten so lange bis der Film wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verboten wurde. Neben Stinkbomben setzten die Nazis Mäuse „in solcher Anzahl, dass man auf einen Ausverkauf dieses Artikels in sämtlichen Berliner einschlägigen Tierhandlungen schließen konnte“ ein, erinnerte sich der damalige Kinobetreiber Hanns Brodnitz.
Berlin verdankt Brodnitz viele legendäre Kinoaufführungen. Darunter z.B. Filme von Charlie Chaplin oder der in Berlin spielende Billie Wilder Film „Menschen am Sonntag“. Nach den Ausschreitungen waren Brodnitz und sein Kino ruiniert. 1933, mit der Machtergreifung der Nazis, verlor er als Jude zudem seinen Job bei der Ufa und ab 1938 versteckte er sich im Berliner Untergrund. Brodnitz unternahm viele verzweifelte Versuche, um eine Möglichkeit zur Ausreise zu finden. Vergeblich. 1944 wurde er in Ausschwitz ermordet.
Quellen:
Conrad, A.: Krieg im Kinosaal. In: Der Tagesspiegel, 05.12.2010.
Bienert, M./Buchholz E. L.: Die Zwanziger Jahre in Berlin: ein Wegweiser durch die Stadt. Berlin: Berlin Story Verlag, 2006.
Jahn, H./Urban, P.: Else Lasker-Schüler - Annäherung an eine Biographie. http://www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de/cmsmadesimple/index.php?page=biographie (abgerufen am 21. Juni 2011).
Und sie tat, was getan werden musste: noch mit über fünfzig Jahren prügelte sie sich mit den Nazis. „Ich bin noch nicht geheilt von der Nollendorfschlacht. Noch eine Wunde am Oberarm und Unterfußgelenk, so hab ich mich geschlagen mit den Nazis“, schrieb sie Anfang 1931.
Besagte Schlägerei fand etwa einen Monat zuvor anlässlich der Aufführung des Films „Im Westen nichts Neues“ statt. Der nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque verfilmte Anti-Kriegs-Epos war den Nazis selbstverständlich ein Dorn im Auge. Unter Adolf Hitler und Joseph Goebbels wurde ein Haufen ihrer Anhänger zu der Aufführungsstätte im damaligen Mozartsaal am Nollendorfplatz 5 (das heutige Goya) geschickt. Sie randalierten so lange bis der Film wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verboten wurde. Neben Stinkbomben setzten die Nazis Mäuse „in solcher Anzahl, dass man auf einen Ausverkauf dieses Artikels in sämtlichen Berliner einschlägigen Tierhandlungen schließen konnte“ ein, erinnerte sich der damalige Kinobetreiber Hanns Brodnitz.
Berlin verdankt Brodnitz viele legendäre Kinoaufführungen. Darunter z.B. Filme von Charlie Chaplin oder der in Berlin spielende Billie Wilder Film „Menschen am Sonntag“. Nach den Ausschreitungen waren Brodnitz und sein Kino ruiniert. 1933, mit der Machtergreifung der Nazis, verlor er als Jude zudem seinen Job bei der Ufa und ab 1938 versteckte er sich im Berliner Untergrund. Brodnitz unternahm viele verzweifelte Versuche, um eine Möglichkeit zur Ausreise zu finden. Vergeblich. 1944 wurde er in Ausschwitz ermordet.
Quellen:
Conrad, A.: Krieg im Kinosaal. In: Der Tagesspiegel, 05.12.2010.
Bienert, M./Buchholz E. L.: Die Zwanziger Jahre in Berlin: ein Wegweiser durch die Stadt. Berlin: Berlin Story Verlag, 2006.
Jahn, H./Urban, P.: Else Lasker-Schüler - Annäherung an eine Biographie. http://www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de/cmsmadesimple/index.php?page=biographie (abgerufen am 21. Juni 2011).
Freitag, 17. Februar 2012
im eldorado
...um an meinen Post vom Montag anzuknüpfen: ;)
„Eine männliche Chanteuse singt mit ihrem schrillen Sopran zweideutige pariser Chansons. Ein ganz mädchenhafter Revuestar tanzt unter dem Scheinwerferlicht weiblich graziös Pirouetten. Er ist nackt bis auf die Brustschilde und einen Schamgurt, und selbst diese Nacktheit ist noch täuschend, sie macht den Zuschauern noch Kopfzerbrechen, sie läßt noch Zweifel, ob Mann, ob Frau. Eine der entzückendsten und elegantesten Frauen, die im ganzen Saale anwesend sind, ist oft der zierlich Bob, und es gibt Männer genug, die in der Tiefe ihres Herzens bedauern, daß er kein Mädchen ist, daß die Natur sie durch einen Irrtum um eine deliziöse Geliebte betrogen hat“, hieß es in dem 1931 erschienen „Führer durch das lasterhafte Berlin“ und gemeint ist das erste der beiden Eldorados in der Martin-Luther-Straße (Berlin). Das verruchte Büchlein ist übrigens u.a. mit Werken von der Künstlerin Jeanne Mammen illustriert.
Bald darauf wurde in der Kalckreuthstraße/ Ecke Motzstraße (Berlin) ein zweites Eldorado eröffnet. Und obwohl das lasterhafte Vergnügen nicht ganz billig war, denn immerhin kostete der Eintritt 20 Mark und für Wein mussten die Herren nochmals 10 Mark auf den Tisch legen, konnten sich die beiden Eldorados nicht über mangelnde Kundschaft beklagen.
Die beiden Klubs bestanden für lange Zeit parallel und gehörten zu den berühmtesten Treffpunkten der homosexuelle Szene. Im Berlin der 20er Jahre gab es um die hundert Etablissements dieser Art. Mit der Machtergreifung der Nazis wurden diese umgehend geschlossen und verboten. Seit 1996 gibt es in der Motzstraße 20 wieder ein Eldorado.
Quellen:
Eldorado: Auszug aus dem "Führer durch das "lasterhafte" Berlin" von Curt Moreck. http://www.eldoradoberlin.de/show/index.php?site=geschichte (abgerufen am 21. Juni 2011).
Leidinger, C.: Eine „Illusion von Freiheit” – Subkultur und Organisierung von Lesben, Transvestiten und
Schwulen in den zwanziger Jahren. http://www.lesbengeschichte.de/Pdfs/pdfs_politik_subk_deutsch/subkultur_leidinger_2008.pdf (abgerufen am 21. Juni 2011).
Bienert, M./Buchholz E. L.: Die Zwanziger Jahre in Berlin: ein Wegweiser durch die Stadt. Berlin: Berlin Story Verlag, 2006.
„Eine männliche Chanteuse singt mit ihrem schrillen Sopran zweideutige pariser Chansons. Ein ganz mädchenhafter Revuestar tanzt unter dem Scheinwerferlicht weiblich graziös Pirouetten. Er ist nackt bis auf die Brustschilde und einen Schamgurt, und selbst diese Nacktheit ist noch täuschend, sie macht den Zuschauern noch Kopfzerbrechen, sie läßt noch Zweifel, ob Mann, ob Frau. Eine der entzückendsten und elegantesten Frauen, die im ganzen Saale anwesend sind, ist oft der zierlich Bob, und es gibt Männer genug, die in der Tiefe ihres Herzens bedauern, daß er kein Mädchen ist, daß die Natur sie durch einen Irrtum um eine deliziöse Geliebte betrogen hat“, hieß es in dem 1931 erschienen „Führer durch das lasterhafte Berlin“ und gemeint ist das erste der beiden Eldorados in der Martin-Luther-Straße (Berlin). Das verruchte Büchlein ist übrigens u.a. mit Werken von der Künstlerin Jeanne Mammen illustriert.
Bald darauf wurde in der Kalckreuthstraße/ Ecke Motzstraße (Berlin) ein zweites Eldorado eröffnet. Und obwohl das lasterhafte Vergnügen nicht ganz billig war, denn immerhin kostete der Eintritt 20 Mark und für Wein mussten die Herren nochmals 10 Mark auf den Tisch legen, konnten sich die beiden Eldorados nicht über mangelnde Kundschaft beklagen.
Die beiden Klubs bestanden für lange Zeit parallel und gehörten zu den berühmtesten Treffpunkten der homosexuelle Szene. Im Berlin der 20er Jahre gab es um die hundert Etablissements dieser Art. Mit der Machtergreifung der Nazis wurden diese umgehend geschlossen und verboten. Seit 1996 gibt es in der Motzstraße 20 wieder ein Eldorado.
Quellen:
Eldorado: Auszug aus dem "Führer durch das "lasterhafte" Berlin" von Curt Moreck. http://www.eldoradoberlin.de/show/index.php?site=geschichte (abgerufen am 21. Juni 2011).
Leidinger, C.: Eine „Illusion von Freiheit” – Subkultur und Organisierung von Lesben, Transvestiten und
Schwulen in den zwanziger Jahren. http://www.lesbengeschichte.de/Pdfs/pdfs_politik_subk_deutsch/subkultur_leidinger_2008.pdf (abgerufen am 21. Juni 2011).
Bienert, M./Buchholz E. L.: Die Zwanziger Jahre in Berlin: ein Wegweiser durch die Stadt. Berlin: Berlin Story Verlag, 2006.
Dienstag, 14. Februar 2012
die stimme bismarcks
Jüngst
haben Forscher eine über 100 Jahre verschollene Tonbandaufnahme von Otto von
Bismarck wiederentdeckt. Entstanden ist die Aufnahme 1889 mit dem Phonographen
des amerikanischen Erfinders Thomas Edison. In den Jahren 1889/90 reisten Edison
und sein deutscher Mitarbeiter Adelbert Theodor Wangemann durch Europa, um auf
prominenten Stimmenfang zu gehen. Während ihrer Tour machte Wangemann auch in Friedrichsruh, dem Familiensitz der Familie Bismarck, halt. Bismarck und
seine Frau Johanna waren dermaßen fasziniert von dem Phonographen, dass
Wagemann beim Erzählen und Vorführen die Zeit vergaß und somit auch seinen Zug
nach Berlin verpasste. Dies belegt ein Brief von Johanna von Bismarck an ihren
Sohn Herbert.
Bereits
1957 haben Mitarbeiter des Edisons-Museums eine hölzerne Kiste mit Wachswalzen
in dem ehemaligen Labor des Erfinders in West Orange (New Jersey) gefunden –
sie stand hinter einem Feldbett, in dem Edison hin und wieder eine Nickerchen
machte. Abgesehen von einer Aufnahme, auf der Brahms Klavier spielte, blieb der
mit „Wangemann. Edison“ gekennzeichnete Inhalt jedoch unentdeckt. Erst 2011
nahmen Forscher die Phonographenwalzen genauer unter die Lupe. Ihnen gelang es
12 der 17 Walzen abzuspielen und zu digitalisieren. Zur inhaltlichen Entschlüsselung
wendete sich das Forschungsteam u.a. an den Berliner Restaurator,
Medienhistoriker und Experte für frühe Tonbandaufnahmen Stephan Puille. Er
vermutete schnell, dass es sich um die verschollene Bismarck-Aufnahme handeln
könnte.
Die
Aufnahme beginnt mit der Datums- und Ortsansage einer männlichen Stimme
(wahrscheinlich Wangemann): „Friedrichsruh am 7. Oktober 1889“. Ein deutlicher
Hinweis! Zumal historische Zeitungsberichte der „New York Times“ und der „Wöchentlichen
Anzeigen für das Fürstentum Ratzeburg“ belegen, dass Bismarck 1889 Aufnahmen
mit Edisons Phonographen gemacht hat. Weiter decken sich der Inhalt der
Aufnahmen mit den Zeitungsberichten.
Die
Aufnahme wirkt auf den ersten Blick wie ein Test oder eine Probeaufnahme. Der
damals 74-jährige Otto von Bismarck spricht ein Sammelsurium von kurzen Versen.
Er begann mit: „In good old colony times/ When we
lives under the king/ Three roguish chaps fell into mishaps/ Because they could
not sing.” Diese
Zeilen, aus einem englischsprachigen Volkslied, könnten als eine Art Gruß an
Edison zu verstehen sein.
Als
nächstes spricht er: „Als Kaiser Rotbart lobesam/ Zum heil’gen Land gezogen
kam/ Da musst er mit dem frommen Heer/ Durch ein Gebirge wüst und leer.“ Diese
Verse stammen aus Ludwig Uhlands Heldenballade „Schwäbische Kunde“. Darauf
folgt mit: „Gaudeamus igitur/ iuvenes dum sumus/ Post iucundam iuventutem/ post
molestam senectutem/ nos habebit humus“ (hier ist die Aufnahme sehr schwer
verständlich) ein sehr bekanntes Studentenlied, welches zwar vor und
während der 1848/49-Revolution von aufständischen studentischen Kräften vielerorts
gesungen wurde, sich jedoch nicht nachhaltig als revolutionäres Liedgut etablierte. Bismarck war ein erklärter Gegner dieser
deutschen Revolution und wollte sogar selbst zur Waffe greifen, um
gemeinsam mit anderen Königstreuen die Aufstände niederzuschlagen. Selbst der
König notierte über den jungen und erzkonservativen Politiker: „Nur zu
gebrauchen, wo das Bajonett schrankenlos waltet.“ Das Lied wurde also weiterhin auf akademischen Feiern gesungen und konservative Gesangsvereine nannten sich nach diesem Titel. So auch der Jenaer Gesangsverein, der 1892, gemeinsam mit vielen Studenten, den Altkanzler mit Freudenfeuer, z.T. in den Buchstaben "Hoch Bismarck", in Jena empfing.
Schon fast ein Skandal hingegen ist Bismarcks nächste Wahl! Mit: “Allons enfants
de a Patrie/ Le jour de gloire est arrive/ Contre nous de la tyrannie/ L’étendard
sanglant est levé” zitiert er einige Zeilen der Marseillaise. Bismark, der
durch seine Intrige rund um die Emser Depesche den Auslöser zum
Deutsch-Französischen-Krieg 1970/71 willentlich herbeigeführt hatte, sprach also
für die Nachwelt die französische Nationalhymne auf Band. Warum rezitierte er
diese Zeilen? In der New York Times vom 31.01.2012 wird zu dieser Frage der
Bismarck-Biograph Dr. Jonathan Steinberg mit den Worten „Bismarck war ein sehr,
sehr witziger Mensch“ zitiert. Weiter vermutet er, dass es ihn schlicht gereizt
hat vor aller Welt und vor der Nachwelt die Marseillaise zu zitieren. Eine weitere
Erklärung, warum er sich zu dieser Provokation hinreißen ließ, könnte sein,
dass er zum Zeitpunkt der Aufnahme kurz vor dem Ende seiner politischen
Karriere stand. Denn der neue Kaiser, Wilhelm II., hielt im Gegensatz zu seinem
Vater, nicht sonderlich viel von Bismarck. Die zeitgenössische Presse
verschwieg diesen Teil der Aufnahme übrigens damals.
Die
Aufnahme endet schließlich mit: „Treibe alles in Maßen und Sittlichkeit,
namentlich das Arbeiten, dann aber auch das Essen, und im Übrigen gerade auch
das Trinken. Rat eines Vaters an seinen Sohn.“ Diesen Rat richtete Bismarck an
seinen Sohn Herbert, der die Aufnahme wenige Wochen später in Budapest hörte. Wohl
auch nicht ohne ein Augenzwinkern, da Bismarck offenkundig viel und bis ins
hohe Alter arbeitete sowie bei Tisch auch nicht gerade als enthaltsam galt. („Bismarck was a gigantic
man with gigantic appetites and a gigantic temper. He never did anything in
moderation, and Herbert was just as immoderate.” – so Dr. Jonathan Steinberg in
der New York Times).
Ulrich Lappenküper,
Geschäftsführer der Otto-von-Bismarck-Stiftung, resümiert über den Klang der Stimme: „Nein, ich habe sie mir
anders vorgestellt. Bisher war überliefert, dass die Stimme recht hoch gewesen
sei. Wenn man sie sich anhört – vorbehaltlich allem, was der mangelnden
Tonqualität geschuldet ist – klingt die Stimme nach meinem subjektiven
subjektiven Eindruck eher kräftig,“ und vermutet zum Inhalt: "Ich glaube, das muss man mit einem Augenzwinkern betrachten, so wie
Bismarck es wahrscheinlich auch augenzwinkernd gemeint hat. Man muss
sich vorstellen, da kommt so ein Amerikaner auf Promotion-Tour für ein
hochmodernes Gerät vorbei und bittet ihn, einige Sätze zu sprechen.
Vieles davon wird ihm vielleicht spontan eingefallen sein. [...] Es fällt schwer, aus der großen zeitlichen Distanz zu spekulieren, was
Bismarck damals durch den Kopf gegangen sein mag. Es fällt auf, dass es
vier verschiedene Sprachen sind. Vielleicht wollte er seine eigene
Mehrsprachigkeit zeigen."
Außerdem
fanden die Forscher in der Kiste Gesangsaufnahmen von deutschen und ungarischen
Barden. Die allererste Aufnahme eines Chopin-Stücks sowie die Stimme des
89-jährige Feldmarschall Graf Helmuth Moltke, der in seinem Familiensitz in Kreisau
Goethe und Shakespeare zum Besten gab. Moltke dürfte damit der älteste Mensch
überhaupt sein, dessen Stimme für die Nachwelt konserviert wurde. „Dies sind „die
einzigen Aufnahmen eines im 18. Jahrhundert Geborenen, die heute noch hörbar
sind,“ so Puille.
Quellen:
Cowen, R.: Restored Edison Records Revive Giants
of 19th-Century Germany. In: New York Times. http://www.nytimes.com/2012/01/31/science/bismarcks-voice-among-restored-edison-recordings.html?_r=1
(abgerufen am 14.02.2012)
Burchard,
A.: Bismarcks Stimme aus der Vergangenheit. In: Zeit Online. http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2012-01/bismarck-tondokument/seite-1
(abgerufen am 14.02.2012).
Blasius,
R.: Bismarcks Stimme. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/sensationeller-fund-in-amerika-bismarcks-stimme-11632852.html
(abgerufen am 14.02.2012).
Das
Gupta, O.: Bismarcks Stimme erklingt nach 123 Jahren. In: Süddeutsche Zeitung. http://www.sueddeutsche.de/wissen/historische-tonaufnahme-des-reichskanzlers-bismarcks-stimme-erklingt-nach-jahren-1.1271707
(abgerufen am 14.02.2012).
Montag, 13. Februar 2012
gelegenheiten
„Gelegenheiten für erotische Vergnügungen gab es im Berlin dieser Zeit viele. Clubs und Bars für Lesbierinnen und homosexuelle Männer konnte man im Westen Berlins und auch im größeren Umfeld finden“, erinnerte sich die lesbische Ärztin Charlotte Wolff an das Nachtleben der Weimarer Republik. In der Schwerinstraße 13 war z.B. einer von diesen Orten: der „Toppkeller“. In ihm fand jeden Montag der Damenklub Pyramide statt. Dort traf man u.a. die skandalöse und weltbekannte Tänzerin Anita Berber, die Schauspielerin Gertrud Eysoldt oder auch die Sängerin Claire Waldoff.
Wer hier her kam war jedoch nicht zwangsläufig homosexuell. Im Gegenteil auch die heterosexuellen Lebedamen der Goldenen Zwanziger Jahre gaben sich hier die Klinke in die Hand. Es galt als schick. „Es sind nämlich Menschen, welche in alle einschlägigen Lokale kommen, um uns zu besehen, um uns anzustarren. Also Sehleute“, schrieb die Lesbenzeitschrift „Die Freundin“ 1929.
Der Maler Rudolf Schlichter verewigte den Toppkeller übrigens 1925 in einem seiner Bilder. Es gehört heute zur Sammlung des Berliner Kupferstichkabinetts (ist aber leider nicht Teil einer ständigen Ausstellung).
Quellen:
Leidinger, C.: Eine „Illusion von Freiheit” – Subkultur und Organisierung von Lesben, Transvestiten und
Schwulen in den zwanziger Jahren. http://www.lesbengeschichte.de/Pdfs/pdfs_politik_subk_deutsch/subkultur_leidinger_2008.pdf (abgerufen am 21. Juni 2011).
Charlotte Wolff Kolleg: Biographie - Charlotte Wolff. http://charlotte-wolff-kolleg.de/das-kolleg/charlotte-wolff (abgerufen am 21. Juni 2011).
Wer hier her kam war jedoch nicht zwangsläufig homosexuell. Im Gegenteil auch die heterosexuellen Lebedamen der Goldenen Zwanziger Jahre gaben sich hier die Klinke in die Hand. Es galt als schick. „Es sind nämlich Menschen, welche in alle einschlägigen Lokale kommen, um uns zu besehen, um uns anzustarren. Also Sehleute“, schrieb die Lesbenzeitschrift „Die Freundin“ 1929.
Der Maler Rudolf Schlichter verewigte den Toppkeller übrigens 1925 in einem seiner Bilder. Es gehört heute zur Sammlung des Berliner Kupferstichkabinetts (ist aber leider nicht Teil einer ständigen Ausstellung).
Quellen:
Leidinger, C.: Eine „Illusion von Freiheit” – Subkultur und Organisierung von Lesben, Transvestiten und
Schwulen in den zwanziger Jahren. http://www.lesbengeschichte.de/Pdfs/pdfs_politik_subk_deutsch/subkultur_leidinger_2008.pdf (abgerufen am 21. Juni 2011).
Charlotte Wolff Kolleg: Biographie - Charlotte Wolff. http://charlotte-wolff-kolleg.de/das-kolleg/charlotte-wolff (abgerufen am 21. Juni 2011).
Samstag, 11. Februar 2012
Anti--ACTA Aktionstag
Heute finden weltweit Demonstrationen gegen das ACTA-Abkommen statt. Auf Googele-Maps wurde eine Karten mit den jeweiligen Aktionsorten erstellt. Weitere Infos zum ACTA-Abkommen findet ihr z.B. hier auf Netzpolitik.org.
Mittwoch, 8. Februar 2012
des kaiserins neue kleider
Mit gerade mal 22 Jahren kam Herrmann Gerson 1835 nach Berlin und nur
zwei Jahre später war er schon Mitinhaber des Modeladens „Wald &
Gerson“. Von dieser Station dauerte es nicht lang, bis er sein eigenes
Geschäft am Werderschen Markt 5 (Berlin) betrieb – welches bereits einige
Jahre nach der Eröffnung den preußischen Hof belieferte. Sein Kaufhaus
war eines der exklusivsten in ganz Berlin. Als er 1861 an einem
Herzinfarkt starb, hatte er gerade noch so den Krönungsmantel für
Wilhelm I. fertigstellen können.
Auch seine Erben wussten sehr gut mit dem Vermächtnis umzugehen und
das dreigeschossiges Kaufhaus mit Seidentapeten und Oberlichtsaal
florierte weiterhin. Zur Jahrhundertwende waren in dem Unternehmen bis
zu 8000 Näherinnen angestellt. Dort in „Gerson‘s Bazar“ traf sich alles
was Rang und Namen hatte: Stars, Unternehmer und Adel gaben sich die
Klinke in die Hand. Und auch weiterhin wurde der, seit 1871 nun kaiserliche,
Hof beliefert: im Atelier stand stets eine Puppe mit den Maßen der
Kaiserin bereit – bis diese schließlich von Charlotte Krüger, der
kaiserlich kurvigen Probiermamsell, abgelöst wurde.
Quellen:
Magnet für Modemacher. In: Spiegel, (1/1993). S. 132-136.
Magnet für Modemacher. In: Spiegel, (1/1993). S. 132-136.
Dienstag, 7. Februar 2012
Hagenbeck's Thierpark
Was Gottfried Claes Carl Hagenbeck 1848 mit einer Handvoll Seehunde begann, konnte sich nicht einmal zwanzig Jahre später das größte Tierhandelshaus der Welt nennen. Am Hamburger Neuen Pferdemarkt 13 eröffnete Sohnemann Carl einige Jahre nach Gründung des Familienunternehmens „Hagenbeck’s Thierpark“ und verkaufte schon bald weltweit allerhand exotische Tiere an Zoos und Zirkusunternehmer. Doch irgendwann stagnierte das Unternehmen und ein neuer Geschäftszweig musste her.
Hagenbeck engagierte, auf Anraten eines Freundes, eine Gruppe einheimischer Lappen - inklusive Rentiere. Sie fingen die Tiere mit Lassos, bauten Zelte, stillten ihre Kinder und taten dies in ihrer traditionellen Kleidung. Die Show wurde ein absoluter Kassenschlager und Hagenbeck tourte mit seiner „Völkerschau“ durch die deutschen Großstädte. Es folgten diverse Europatourneen mit Dromedaren, ihren Reitern aus dem Sudan und bis zu 30.000 Zuschauern. Hagenbeck organisierte zwischen 1874 und 1931 mehr als sechzig dieser Shows und verdiente sich damit eine goldene Nase. Ob Kaiser Wilhelm I., Kaiser Franz Joseph von Österreich oder Königin Margerita von Italien - sie alle haben Hagenbecks Show gesehen und umjubelt.
Ein Mann bekam am Tag drei Mark, eine Frau zwei und ein Kind eine Mark – damals viel Geld. Das lockte viele sich von Hagenbeck engagieren zu lassen. „In Berlin ist es nicht niedlich schön, weil es vor Menschen und Bäumen unmöglich ist, ja weil so viele Kinder kommen. Die Luft rauscht beständig vom Geräusch der Gehenden u. Fahrenden, unsere Umzäunung ist augenblicklich gleich voll", schrieb Abraham Ulrikab in sein Tagebuch. Er gehörte du einer Gruppe Inuit, die das Unternehmen Völkerschau nicht überleben sollten.
1880 starb jene achtköpfige Gruppe Inuit aufgrund einer versäumten Pockenimpfung. Kurz darauf kamen fünf weitere Menschen bei einer Überfahrt von Südamerika nach Hamburg ums Leben. Hagenbeck äußerte daraufhin diverse Versprechungen Schluss zu machen mit dem Geschäft Völkerschau. „Sie wissen, dass ich ein Menschenfreund bin und können sich wohl denken, wie mich dieses Unglück mitgenommen hat und habe ich außerdem jetzt auch noch hin und wieder nicht all zu Erfreuliches in den Zeitungen darüber zu lesen, so dass ich es mir fest vorgenommen habe, nie wieder Menschen Ausstellungen zu arrangieren", schrieb Hagenbeck an einen Freund.
Doch bei dem Versprechen blieb es nicht: bereits ein Jahr später setzte er eine Gruppe Menschen aus Sri Lanka samt Elefanten auf sein Programm und landete mit einer darauf folgenden Wild-West-Show einen echten Verkaufsschlager. Für diese Show hatte er eine Gruppe Sioux engagiert, die mittlerweile recht firm in Sachen Völkerschau waren und auf hohe Gagen pochten. Allerdings gestaltete es sich schwierig sie im Stellinger Zoo zu „bändigen", denn sie kletterten über die Zäune und nicht selten stieß man im Dunstkreis des Tierparks auf deutsch-indianische Liebespaare.
Mit dem Umzugs des Unternehmens nach Stellingen (1907) konnten die Kulissen noch aufwendiger gestaltet und ganze Dörfer errichtet werden. Illusion von Authentizität. Zudem konnte sich der neue Tierpark damit rühmen der erste weltweit ohne Gitter zu sein - und mit allerhand Freilandgehegen und Felsenlandschaften auftrumpfen. Eine Revolution, die sich die Familie Hagenbeck auch kurzerhand patentieren ließ. Doch der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise nagten an dem Unternehmen und es musste schließlich für vier Jahre die Pforten schließen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Tierpark komplett zerstört. 450 Tiere und neun Mitarbeiter starben bei den Bombardements. Doch schon kurz nach Kriegsende begann die Familie mit dem Neuaufbau des Zoos und konnte schon bald wieder öffnen.
Quellen:
Carstens, P.: "Ich wollte den kolonialen Blick umkehren". http://www.geo.de/GEO/mensch/54028.html (abgerufen am 09. Juni 2011).
Sewig, C.: Wie Carl Hagenbeck den modernen Zoo erfand. In: Hamburger Abendblatt, (05.05.2007).
Dugaro, M.: Von Feuerländern und Nubiern. http://www.geo.de/GEO/mensch/54130.html (abgerufen am 09. Juni 2011).
Hagenbeck engagierte, auf Anraten eines Freundes, eine Gruppe einheimischer Lappen - inklusive Rentiere. Sie fingen die Tiere mit Lassos, bauten Zelte, stillten ihre Kinder und taten dies in ihrer traditionellen Kleidung. Die Show wurde ein absoluter Kassenschlager und Hagenbeck tourte mit seiner „Völkerschau“ durch die deutschen Großstädte. Es folgten diverse Europatourneen mit Dromedaren, ihren Reitern aus dem Sudan und bis zu 30.000 Zuschauern. Hagenbeck organisierte zwischen 1874 und 1931 mehr als sechzig dieser Shows und verdiente sich damit eine goldene Nase. Ob Kaiser Wilhelm I., Kaiser Franz Joseph von Österreich oder Königin Margerita von Italien - sie alle haben Hagenbecks Show gesehen und umjubelt.
Ein Mann bekam am Tag drei Mark, eine Frau zwei und ein Kind eine Mark – damals viel Geld. Das lockte viele sich von Hagenbeck engagieren zu lassen. „In Berlin ist es nicht niedlich schön, weil es vor Menschen und Bäumen unmöglich ist, ja weil so viele Kinder kommen. Die Luft rauscht beständig vom Geräusch der Gehenden u. Fahrenden, unsere Umzäunung ist augenblicklich gleich voll", schrieb Abraham Ulrikab in sein Tagebuch. Er gehörte du einer Gruppe Inuit, die das Unternehmen Völkerschau nicht überleben sollten.
1880 starb jene achtköpfige Gruppe Inuit aufgrund einer versäumten Pockenimpfung. Kurz darauf kamen fünf weitere Menschen bei einer Überfahrt von Südamerika nach Hamburg ums Leben. Hagenbeck äußerte daraufhin diverse Versprechungen Schluss zu machen mit dem Geschäft Völkerschau. „Sie wissen, dass ich ein Menschenfreund bin und können sich wohl denken, wie mich dieses Unglück mitgenommen hat und habe ich außerdem jetzt auch noch hin und wieder nicht all zu Erfreuliches in den Zeitungen darüber zu lesen, so dass ich es mir fest vorgenommen habe, nie wieder Menschen Ausstellungen zu arrangieren", schrieb Hagenbeck an einen Freund.
Doch bei dem Versprechen blieb es nicht: bereits ein Jahr später setzte er eine Gruppe Menschen aus Sri Lanka samt Elefanten auf sein Programm und landete mit einer darauf folgenden Wild-West-Show einen echten Verkaufsschlager. Für diese Show hatte er eine Gruppe Sioux engagiert, die mittlerweile recht firm in Sachen Völkerschau waren und auf hohe Gagen pochten. Allerdings gestaltete es sich schwierig sie im Stellinger Zoo zu „bändigen", denn sie kletterten über die Zäune und nicht selten stieß man im Dunstkreis des Tierparks auf deutsch-indianische Liebespaare.
Mit dem Umzugs des Unternehmens nach Stellingen (1907) konnten die Kulissen noch aufwendiger gestaltet und ganze Dörfer errichtet werden. Illusion von Authentizität. Zudem konnte sich der neue Tierpark damit rühmen der erste weltweit ohne Gitter zu sein - und mit allerhand Freilandgehegen und Felsenlandschaften auftrumpfen. Eine Revolution, die sich die Familie Hagenbeck auch kurzerhand patentieren ließ. Doch der Erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise nagten an dem Unternehmen und es musste schließlich für vier Jahre die Pforten schließen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Tierpark komplett zerstört. 450 Tiere und neun Mitarbeiter starben bei den Bombardements. Doch schon kurz nach Kriegsende begann die Familie mit dem Neuaufbau des Zoos und konnte schon bald wieder öffnen.
Quellen:
Carstens, P.: "Ich wollte den kolonialen Blick umkehren". http://www.geo.de/GEO/mensch/54028.html (abgerufen am 09. Juni 2011).
Sewig, C.: Wie Carl Hagenbeck den modernen Zoo erfand. In: Hamburger Abendblatt, (05.05.2007).
Dugaro, M.: Von Feuerländern und Nubiern. http://www.geo.de/GEO/mensch/54130.html (abgerufen am 09. Juni 2011).
Samstag, 4. Februar 2012
Buch-Domino
....ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende! :)
Mittwoch, 1. Februar 2012
drum sprang ich übers zeremoniell
„Kennst du Wanderer sie nicht, lerne sie kennen“, erinnert eine Gedenktafel an der Berliner Sophienkirche an die dort begrabene Dichterin Anna Louisa Karsch. Sie wurde 1722 in ärmlichen Verhältnissen geboren und ging mit 39 Jahren, nach zwei gescheiterten Ehen und sieben Kindsgeburten, nach Berlin. Dort wurde sie schnell zu einer kleinen Berühmtheit und bald sogar an den Hof zitiert, um Gedichte und Hymnen für und auf die adeligen Damen und Herren zu dichten. Mendelssohn und Lessing gehörten ebenfalls zu den Verehrern ihrer Kunst. 1778 schloss sie sogar persönlich Bekanntschaft mit dem um einige Jahre jüngeren Goethe - zuvor hatten die beiden Schreiberlinge schon einige Briefwechsel gepfelgt.
Trotz ihrer Prominenz musste sie stets in armen Verhältnissen leben. 1763 versprach ihr der König zwar ein Haus sowie eine Jahresrente, hielt sein Versprechen aber nicht. Erst 1789 - zwei Jahre vor ihrem Tod – wurde das Versprechen eingelöst.
Hier einer der Briefe, die sie an Goethe schrieb:
Zu Berlin, montags den 18. Mai 1778
Schön' guten Morgen! Herr Doktor Goeth,
Euch hab ich gestern grüßen wollen.
's ist wider's Weiber-Etikett,
Ich hätt's von Euch erwarten sollen,
Daß Ihr, wie sich's gebührt und ziemt,
Mich aufgesucht und mich gegrüßet.
Ihr aber seid gar weltberühmt,
's war möglich, daß Ihr's bleiben ließet.
Ihr seid des Herzogs Spießgesell,
Habt mehr zu tun und mehr zu schaffen
Als mit Eurem Auge groß und hell
Nach einem alten Weib zu gaffen.
Drum sprang ich übers Zeremoniell
Hinweg mit Leichtmut und mit Lachen,
Zog mir mein Sonntags-Kleidchen an
Und ging, Euch meinen Knix zu machen,
So tief ich immer kann
Mit dorfgebornen Knie.
Ich ging umsonst, Ihr wart
Schon fort in aller Frühe
Zu Männern feiner Art.
Nun will ich's nicht mehr wagen.
Mein Geist, ein fixes Ding,
Soll »guten Morgen« sagen
Dir Musendämmerling,
Dir Sekretär des Fürsten,
Der auf dem Parnaß sitzt
Und, wenn die Dichter dürsten,
Mit Wasser sie besprützt
Aus Einem Born, der mächtig
Und wundertätig ist.
Er macht's, daß Du so prächtig,
So stark im Ausdruck bist,
Daß Dir's vom Munde fließet
Wie Honig, den im Wald
Ein Wandersmann genießet,
Dem seine Kräfte bald
Erschöpft sind wie die meinen.
Jüngst sollt ich im Revier
Des Pluto schon erscheinen,
Ein Schiffer winkte mir.
Ich ward ihm noch entrissen
Durch des Apollon Gunst,
Wie's nachzuzeichnen wissen
Des Chodowieki Kunst.
Ich sollte dich noch sehen!
Geschieht es nicht bei mir,
Kann's beim Andrä geschehen,
Der ist ein Freund von Dir,
Wie's wenige nur gibet;
Von Herzen schätzt er Dich,
Und bei dem allen liebet
Er Dich nicht mehr als ich.
Quellen:
Zitta, Ü.: Die "deutsche Sappho". http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt97/9710pora.htm (abgerufen am 22. Juni 2011).
Zepke, A.: Wer war Anna-Louisa Karsch?. http://www.berlin.de/ba-mitte/bezirk/gedenken/anna_louisa_karsch.html (abgerufen am 22. Juni 2011).
Hochschule Augsburg: Briefe an Goethe. http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/18Jh/Karsch/kar_bgoe.html (abgerufen am 10. Mai 2011).
Trotz ihrer Prominenz musste sie stets in armen Verhältnissen leben. 1763 versprach ihr der König zwar ein Haus sowie eine Jahresrente, hielt sein Versprechen aber nicht. Erst 1789 - zwei Jahre vor ihrem Tod – wurde das Versprechen eingelöst.
Hier einer der Briefe, die sie an Goethe schrieb:
Zu Berlin, montags den 18. Mai 1778
Schön' guten Morgen! Herr Doktor Goeth,
Euch hab ich gestern grüßen wollen.
's ist wider's Weiber-Etikett,
Ich hätt's von Euch erwarten sollen,
Daß Ihr, wie sich's gebührt und ziemt,
Mich aufgesucht und mich gegrüßet.
Ihr aber seid gar weltberühmt,
's war möglich, daß Ihr's bleiben ließet.
Ihr seid des Herzogs Spießgesell,
Habt mehr zu tun und mehr zu schaffen
Als mit Eurem Auge groß und hell
Nach einem alten Weib zu gaffen.
Drum sprang ich übers Zeremoniell
Hinweg mit Leichtmut und mit Lachen,
Zog mir mein Sonntags-Kleidchen an
Und ging, Euch meinen Knix zu machen,
So tief ich immer kann
Mit dorfgebornen Knie.
Ich ging umsonst, Ihr wart
Schon fort in aller Frühe
Zu Männern feiner Art.
Nun will ich's nicht mehr wagen.
Mein Geist, ein fixes Ding,
Soll »guten Morgen« sagen
Dir Musendämmerling,
Dir Sekretär des Fürsten,
Der auf dem Parnaß sitzt
Und, wenn die Dichter dürsten,
Mit Wasser sie besprützt
Aus Einem Born, der mächtig
Und wundertätig ist.
Er macht's, daß Du so prächtig,
So stark im Ausdruck bist,
Daß Dir's vom Munde fließet
Wie Honig, den im Wald
Ein Wandersmann genießet,
Dem seine Kräfte bald
Erschöpft sind wie die meinen.
Jüngst sollt ich im Revier
Des Pluto schon erscheinen,
Ein Schiffer winkte mir.
Ich ward ihm noch entrissen
Durch des Apollon Gunst,
Wie's nachzuzeichnen wissen
Des Chodowieki Kunst.
Ich sollte dich noch sehen!
Geschieht es nicht bei mir,
Kann's beim Andrä geschehen,
Der ist ein Freund von Dir,
Wie's wenige nur gibet;
Von Herzen schätzt er Dich,
Und bei dem allen liebet
Er Dich nicht mehr als ich.
Quellen:
Zitta, Ü.: Die "deutsche Sappho". http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt97/9710pora.htm (abgerufen am 22. Juni 2011).
Zepke, A.: Wer war Anna-Louisa Karsch?. http://www.berlin.de/ba-mitte/bezirk/gedenken/anna_louisa_karsch.html (abgerufen am 22. Juni 2011).
Hochschule Augsburg: Briefe an Goethe. http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/18Jh/Karsch/kar_bgoe.html (abgerufen am 10. Mai 2011).
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