Freitag, 27. Juli 2012

kaiserwetter

Kaiser Wilhelm II. war ganz und gar nicht medienscheu. Im Gegenteil er ließ sich sogar außerordentlich gerne filmen und ablichten. Egal ob Staatsbesuch, Parade oder Denkmaleinweihung - die Kameras waren immer an seiner Seite. 

Seinen, seit der Geburt recht unbeweglichen und zudem zu kurz geratenen linken Arm, versteckte er dabei stets in seiner Uniform. „Alle Tage Maskenball" spottete einst ein Freund des Kaisers über seinen Vorgesetzen - denn der Kaiser pflegte seine Uniform bis zu sechsmal täglich zu wechseln.

Doch da die Möglichkeiten der Kameras damals noch recht bescheiden waren und für gute Aufnahmen strahlender Sonnenschein Voraussetzung war, sagte der Kaiser Veranstaltungen bei schlechten Wetter durchaus öfter mal ab. Er kam eben nur, wenn Kaiserwetter war.


Quellen:
ZDF History - Wilhelm II. Der letzte deutsche Kaiser. Guido Knopp, 2006.

Freitag, 20. Juli 2012

betriebsgeheimnis

Bevor die Pfaueninsel im Berliner Wannsee Ende des 18. Jhd. zu einer Art Erlebnispark für die High Society wurde, stand sie unter der Fuchtel des Alchemisten Johannes Kunckel. Jener hatte sie 1685 als Geschenk vom Kurfürsten Friedrich von Brandenburg erhalten, um ungestört experimentieren zu können und der brandenburgischen Glasindustrie auf die Sprünge zu helfen. Was er auch sehr erfolgreich tat.

Nicht nur wegen der recht hohen Brandgefahr der Glashütte war eine Insel als Standort empfehlenswert, sondern auch zwecks absoluter Geheimhaltung. Nur Kunckel selbst und dem Kurfürsten war es gestattet die Insel zu betreten und - noch wichtiger - sie auch wieder zu verlassen. Für die Arbeiterschaft gab es meist nur ein Hinfahrticket. Auf der Insel wurde daher nebst einer Mühle und einer Bäckerei auch eine Brauerei sowie Schnapsbrennerei errichtet.

Den umliegenden Anwohnern war diese Geheimniskrämerei ganz und gar nicht geheuer. Die beißenden Gerüche der Chemikalien und der andauernde schwarze Rauch über der Insel taten ihr Übriges: die Gerüchte gingen von geheimer Goldmacherei bis hin zu schwarzer Magie.

Sonntag, 15. Juli 2012

kunstmomente no. 2

An jedem 1. und 15. des Monats begegnet ihr hier Kunstmomenten, die mich besonders begeistert oder sich mir ganz überraschend in den Weg gestellt haben. Das können Ausstellungen, kleine Galerien oder Konzertbesuche sein. Plakate, Graffiti, Kinder-Kreide-Zeichnungen auf dem Straßenpflaster, wunderbarere Weine, kunstvolle Einrichtungen, spannende Spiegelungen in Schaufenstern oder sogar Blumen, die sich durch die Bürgersteige der Stadt gearbeitet haben. 

Heute möchte ich euch mal Kunst in der Kunst zeigen. Ihr kennt das bestimmt: Ihr geht durch ein Museum und manches Mal muss man seine Position leicht korrigieren, weil die Ölfarbe oder Scheibe vor dem Bild zu sehr reflektiert oder spiegelt. Ganz besonders die (Hobby)Fotografen unter euch werden dieses Problem sicher nur allzu gut kennen. Doch hin und wieder liegt genau darin der Reiz:

Zu sehen sind hier Edgar Degas "Die Unterhaltung" in der Alten Nationalgalerie Berlin. Doch nicht nur - auch der komplette Ausstellungsraum, den die Mädchen auf dem Bild sehen würden, wenn sie ihren Blick heben würden, ist auf dem Foto eingefangen.
Hier bin ich im Berliner Kupferstichkabinett exakt in dem Raum zwischen zwei Bildelementen gelandet. So war das Foto zwar nicht geplant, aber doch recht gut getroffen. Und zumindest kann ich nun von mir behaupten auf einem Kunstwerk verewigt zu sein. ;)

Wenn ihr auch Lust habt mitzumachen! Umso besser! Postet einfach eure Kunstmomente auf eurem Blog. Ihr müsst natürlich nicht unbedingt heute bloggen oder zu einem anderen festen Termin. Verbloggt eure Momente einfach dann, wenn sie euch über den Weg laufen oder ihr in alten Bildern und Erinnerungen stöbert - eben dann, wann es euch in den Kram passt.

Egal ob witzig, ernst, romantisch, gruselig, bunt, nervenaufreibend, spannend, glamourös, flüchtig, klein, groß, kurz oder lang: Ich würde ihn zu gerne sehen - euren Moment mit der Kunst. Schickt mir einfach euren Link als Kommentar oder schreibt mir eine Email an Sarah_MW(ät)gmx.de. Zu meinem nächsten Kunstmoment am 1. August erstelle ich wieder eine kleine Galerie und verlinke eure Postings. Außerdem sammel ich alle Beiträge bei Pinterest.

Ganz besonders möchte ich Ulaya und Inka dafür danken, dass sie sich im Zuge meines ersten Kunstmomentes beteiligt und mir ihren Moment gezeigt haben:



Ulaya wählte eine alte verblasste Werbung an einer Häuserwand. Ich finde es spannend, wie die Schrift langsam verblasst – und das nicht nur insgesamt, sondern auch von oben nach unten. Wie auf einem Zeitstrahl. Das ehemals Profane sei nun Kunst, schreibt Ulaya. Recht hat er! :)






Inka nimmt uns mit nach Lissabon. Dort hat sie auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt ein verlassenes Areal mit langsam zerfallenden Gebäuden, Wohnungen und sogar einer Weinkelterei entdeckt. - Und jeder Menge Kunst! :)






Sonntag, 8. Juli 2012

cinezoïque - the movie time line

Bei Markus habe ich mal wieder einen tollen Clip entdeckt. Ein Gang durch die Filmgeschichte von Lait Noir:


Donnerstag, 5. Juli 2012

das erste taxi in berlin

Das Reglement „Wie es mit denen Sänfften in der Churfürstlich-Brandenburgischen Residenz von 1. Januar anno 1688 an gehalten werden soll“ war gewissermaßen die erste gesetzliche Berliner Regelung öffentlicher Verkehrsmittel: es sollten immer je vier Sänften beim „Churfürstlichen Schloß-Platz“, beim „Berlinischen Rathhause“ und beim „Rathhause auf dem Friedrichwerder“ bereitstehen.

In dem Gesetz wurde auch die Bezahlung geregelt: ein ganzer Tag hat den beiden Trägern 20 Groschen und eine Stunde 4 Groschen eingebracht. Weiter hieß es: „Es müssen auch diese Träger vor denenjenigen Häusern, wohin sie die Personen tragen werden, vor den Thüren nach jedes Belieben abzuwarten, und sich nirgends verlaussen, noch weniger zum Spielen oder Sauffen gehen, und wenn sie die Personen zurück zu tragen gedungen, sind sie niemand anders inzwischen einzunehmen befugt.“

Quellen:
Weidlich, C.A.: Hugenotten-Sänfte. http://www.saenfte.info/reglement_text_de.html (abgerufen am 20. Mai 2011). 


P.S.: Das Foto habe ich übrigens letztes Jahr in der Emeritage in Bayreuth gemacht. :)

Sonntag, 1. Juli 2012

kunstmomente

Ab sofort werdet ihr hier am jedem 1. und 15. des Monats Kunstmomenten begegnen, die mich besonders begeistert oder sich mir ganz überraschend in den Weg gestellt haben. Das können Ausstellungen, kleine Galerien oder Konzertbesuche sein. Plakate, Graffiti, Kinder-Kreide-Zeichnungen auf dem Straßenpflaster, wunderbarere Weine, kunstvolle Einrichtungen, spannende Spiegelungen in Schaufenstern oder sogar Blumen, die sich durch die Bürgersteige der Stadt gearbeitet haben.

Beginnen möchte ich mit einem Bild, das ich vor einiger Zeit in Prag an einem Mülleimer als "Werbung" für das dortige Kommunismus-Museum entdeckt habe.


Wenn ihr Lust habt mitzumachen! Umso besser! Postet einfach eure Kunstmomente auf eurem Blog. Ihr müsst natürlich nicht unbedingt heute bloggen oder zu einem anderen festen Termin. Verbloggt eure Momente einfach dann, wenn sie euch über den Weg laufen oder ihr in alten Bildern und Erinnerungen stöbert - eben dann, wann es euch in den Kram passt. 

Egal ob witzig, ernst, romantisch, gruselig, bunt, nervenaufreibend, spannend, glamourös, flüchtig, klein, groß, kurz oder lang: Ich würde ihn zu gerne sehen - euren Moment mit der Kunst. Schickt mir einfach euren Link als Kommentar oder schreibt mir eine Email an Sarah_MW(ät)gmx.de. Zu meinem nächsten Kunstmoment am 15. Juli erstelle ich eine kleine Galerie und verlinke eure Postings. Außerdem sammel ich alle Beiträge bei Pinterest.

Ich hoffe sehr, dass der eine oder die andere von euch Lust hat mitzumachen!


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